Wer sind wir eigentlich, wenn unser Hirn nicht mehr so funktioniert wie zuvor, wenn unser Körper nicht mehr gehorcht und das ganze Umfeld davon spricht, wie sehr sich unsere Persönlichkeit doch verändert habe? Wenn unser bisheriges Ich auf einmal weg sein soll, wo ist es dann hingegangen und wer ist dann noch da?

Da war doch noch was, was bleibt. Etwas Wahres, was stets wahr war und immer noch ist. Zwar auf den Kopf gestellt. Aber wahr.

 

Als Papa nach seinem Hirnschlag wieder aufwachte, zu Hause, in der Ostschweiz, erzählte er, er sei im Wallis gewesen.

Warum er dort hinging, wann genau er sich dazu entschieden hatte und was er dort machte, das weiss nur er selbst. Aber es sei dort auch schön, man bräuchte sich nicht solche Sorgen zu machen.

 

"Papa geht ins Wallis" erzählt von einer Zeit, in der alle verrücktspielen, die Zeit seit dem Hirnschlag des Vaters der Autorin. Und die ist keineswegs nur traurig. In sieben Fragmenten erzählt das Stück von absurden, komischen, berührenden Situationen. Von verschobenen Realitäten und neu gewonnenen Sichtweisen. Frei nach dem Motto: "Wenn eine Schraube locker ist, dann hat das Leben Spiel."

Fotos: Werner Gmünder